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GUIDE

Wahre Versandkosten & Retouren in der Marge richtig rechnen (Rechen-Guide)

Outbound-Versand ist nur ein Teil der Logistikkosten. Dieser Guide zeigt mit einem klar gekennzeichneten Rechenbeispiel, wie Retouren-Label, Handling und Wertverlust einbezogen werden können.

14. Juni 20269 minIron Saleh — Founder, NorthProfit

Kurz gesagt: Die Logistikkosten pro Bestellung können neben Verpackung und Outbound-Versand auch anteilige Retourenkosten, Handling und Wertverlust enthalten. Welche Positionen relevant sind, hängt von deinem Vertrag, deiner Kategorie und deinem Prozess ab. Nutze deshalb eigene Ist-Daten statt allgemeiner Branchenwerte.

Die Kostenarten, die in die Versand-/Retouren-Rechnung gehören

  • Verpackungsmaterial (Karton, Füllmaterial, Etikett) pro Bestellung.
  • Outbound-Versandkosten (dein Carrier-Preis, nicht der Kunden-Preis).
  • Retouren-Label / Rücksende-Porto, das du trägst.
  • Handling: Wiedereinlagerung, Prüfung, Reinigung/Aufbereitung pro Retoure.
  • Wertverlust: Ware, die als B-Ware, reduziert oder gar nicht wiederverkäuflich ist.
  • Zahlungsgebühren, die bei Erstattung teils nicht zurückkommen.

Schritt 1: Die echten Versandkosten pro Bestellung

Rechne nicht den Versand, den der Kunde zahlt, sondern deine tatsächlichen Kosten. Das folgende Zahlenbeispiel ist rein illustrativ:

  1. Verpackung: 0,80 €
  2. Outbound-Versand (Carrier): 4,20 €
  3. Echte Versandkosten outbound: 5,00 € pro versandter Bestellung

Schritt 2: Retouren als anteilige Kosten verteilen

Für eine erwartungswertbasierte Kalkulation können Retourenkosten auf alle Bestellungen verteilt werden. Illustratives Beispiel mit frei angenommener Retourenquote von 20 Prozent:

  1. Kosten je tatsächlicher Retoure: Rücksende-Label 4,20 € + Handling/Wiedereinlagerung 3,00 € + Wertverlust-Pauschale 5,00 € = 12,20 €
  2. Retourenquote: 20 % → auf 100 Bestellungen kommen 20 Retouren.
  3. Retouren-Gesamtkosten: 20 × 12,20 € = 244 €
  4. Umgelegt auf alle 100 Bestellungen: 244 € / 100 = 2,44 € Retouren-Kosten pro Bestellung

Schritt 3: Versand + Retouren zusammen in die Marge

  1. Echte Versandkosten outbound: 5,00 € (Schritt 1)
  2. Anteilige Retouren-Kosten: 2,44 € (Schritt 2)
  3. Logistik-Kosten gesamt pro Bestellung: 7,44 €
  4. Bei einem Netto-Verkaufspreis von 60 € sind das allein 12,4 % — bevor COGS, Zahlungsgebühren und Ad-Spend überhaupt abgezogen sind.

Die drei häufigsten Fehler

  • Kunden-Versandpreis statt eigenem Carrier-Preis ansetzen (gratis Versand heißt nicht: keine Kosten).
  • Retouren nur als Umsatz-Minderung buchen, aber die Bearbeitungs- und Wertverlust-Kosten ignorieren.
  • Retouren-Kosten nur den retournierten Bestellungen zuordnen statt sie auf alle Bestellungen umzulegen — so wirkt jede einzelne Bestellung profitabler, als der Schnitt es ist.

Pro SKU statt pauschal

Retourenquoten können sich pro SKU unterscheiden. Nutze ausreichende Fallzahlen, zeige den Beobachtungszeitraum und trenne tatsächliche von geschätzten Kosten. Eine Produktansicht kann dabei helfen; automatisierte Ergebnisse bleiben von Datenqualität und Zuordnung abhängig.