TikTok Shop DACH: COGS richtig rechnen trotz dynamischer Fees.
Nutze die tatsächlichen Settlement-Positionen deines Kontos statt pauschaler Provisionssätze. TikTok Shop ist bei NorthProfit derzeit noch nicht verfügbar.
Kurz gesagt: Verwende für TikTok-Shop-Margen die tatsächlich im jeweiligen Konto ausgewiesenen Order- und Settlement-Positionen. Welche Provisionen, Rabatte, Creator-Anteile, Zahlungs- oder Auszahlungsregeln gelten, hängt von den aktuellen TikTok-Shop-Bedingungen und deinem Programmstatus ab.
Warum die Marge auf TikTok Shop so schwer zu greifen ist
Anders als im eigenen Shopify- oder Woo-Store, wo du Zahlungsgebühr und Versand relativ stabil kennst, ist die effektive Take-Rate auf TikTok Shop eine bewegliche Größe. Mehrere Faktoren greifen gleichzeitig in dieselbe Bestellung ein:
- Plattform-Commission: den für die konkrete Order ausgewiesenen Betrag verwenden.
- Programm- und Promo-Status: aktuelle Bedingungen im Seller-Konto prüfen und nicht aus alten Orders fortschreiben.
- Rabatte und Co-Funding: nur den tatsächlich vom Händler getragenen Anteil als Kosten ansetzen.
- Creator-/Affiliate-Anteile: getrennt ausweisen, wenn sie im Settlement der Bestellung erscheinen.
- Zahlungs- und Abwicklungsgebühren: aus dem aktuellen Settlement statt aus pauschalen Prozentwerten übernehmen.
- Payout-Timing: Order-Profit und Auszahlung zeitlich getrennt betrachten und mit den Kontodaten abstimmen.
Die echten Kostenarten pro TikTok-Shop-Bestellung
Bevor du rechnest, lohnt es sich, alle Posten aufzulisten, die zwischen Verkaufspreis und dem, was wirklich bei dir ankommt, stehen:
- Wareneinsatz (COGS): Einkaufs-/Herstellkosten der verkauften Produkte — idealerweise zeitpunktgenau, falls sich Einkaufspreise ändern.
- Plattform-Commission: Die kategorieabhängige Verkaufsprovision von TikTok Shop.
- Creator-/Affiliate-Commission: Zusätzliche Provision bei Verkäufen über Creator oder Livestream.
- Zahlungs-/Abwicklungsgebühr: Transaction-/Processing-Fee auf den Bestellwert.
- Selbst getragener Rabatt-Anteil: Der Teil von Promo-Codes/Vouchern, den nicht die Plattform co-finanziert.
- Fulfilment & Versand: Pick-/Pack-, Porto- und Verpackungskosten — dein Carrier-Preis, nicht der Kundenpreis.
- Anteilige Retouren-Kosten: RücksendePorto, Handling und Wertverlust, umgelegt auf alle Bestellungen.
Worked Example: eine 60-€-Bestellung ehrlich durchgerechnet
Nehmen wir eine Beauty-Bestellung mit 60 € Bruttoumsatz. Die Zahlen unten sind illustrativ gewählt, um die Mechanik zu zeigen — deine realen Sätze hängen von Kategorie, Tier und Promo ab. Wichtig ist die Reihenfolge, in der die Posten abgehen:
- Bruttoumsatz der Bestellung: 60,00 €
- Plattform-Commission (illustrativ 8 %): −4,80 €
- Creator-/Live-Commission (illustrativ 10 % auf Live-Sales): −6,00 €
- Zahlungs-/Abwicklungsgebühr (illustrativ 2 %): −1,20 €
- Selbst getragener Promo-Anteil (10-€-Voucher, davon 50 % Co-Funding durch Plattform): −5,00 €
- Fulfilment + Versand + Verpackung: −5,00 €
- Anteilige Retouren-Kosten (z. B. 12 % Quote umgelegt): −2,00 €
- Wareneinsatz / COGS (illustrativ 22 % vom Bruttoumsatz): −13,20 €
Summe der Abzüge: 4,80 + 6,00 + 1,20 + 5,00 + 5,00 + 2,00 + 13,20 = 37,20 €. Es bleiben 22,80 € Deckungsbeitrag — das sind 38 % vom Bruttoumsatz. Wer nur „60 € minus 13,20 € COGS“ rechnet, sieht 78 % Marge und liegt damit um mehr als 40 Prozentpunkte daneben.
Payout-Timing: warum der Kontostand nicht die Marge ist
Order-Zeitpunkt und Payout-Zeitpunkt können auseinanderliegen. Ordne deshalb jede Auszahlung anhand der im Seller-Konto verfügbaren Settlement-Referenzen den zugehörigen Bestellungen und Gebühren zu.
- Die Marge auf Order-Basis und der reale Cashflow laufen zeitlich auseinander — plane Liquidität entsprechend, gerade in Wachstumsphasen.
- Die verlässliche Fee-Wahrheit steht im Settlement/Payout-Report. Wer Marge nur aus dem Bestell-Export rechnet, verpasst genau die dynamischen Abzüge, um die es hier geht.
So trackst du es sauber — die praktischen Schritte
- Fees pro Bestellung aus dem Settlement ziehen, nicht schätzen: Commission, Creator-Anteil, Payment-Fee und co-finanzierte Rabatte stehen im Auszahlungs-/Order-Settlement — das ist die Quelle der Wahrheit.
- Verkaufsweg taggen: Live/Creator vs. organisch getrennt halten, weil sich die Marge strukturell unterscheidet.
- COGS zeitpunktgenau führen: Bei wechselnden Einkaufspreisen den zum Verkaufszeitpunkt gültigen Kostenwert ansetzen, nicht den aktuellen.
- Retouren sofort anteilig umlegen statt erst beim Wareneingang — sonst zeigt das Dashboard eine Marge, die du noch nicht behalten darfst.
- Pro SKU statt pauschal auswerten: Kategorie-Commission und Retourenquote unterscheiden sich je Produkt; ein Mittelwert versteckt genau die SKUs, die Geld kosten.
- Monatlich Settlement gegen die eigene Rechnung abgleichen, damit geänderte Sätze (Tier-Wechsel, neue Promo-Konditionen) sofort auffallen.
Wo NorthProfit hineinpasst
Der mühsame Teil ist nicht die Formel, sondern die Datenbeschaffung: die real abgezogenen Fees pro Bestellung sauber einzusammeln und auf SKU- und Verkaufsweg-Ebene mit COGS, Versand und Retouren zu verheiraten. TikTok Shop ist bei NorthProfit derzeit noch nicht verfügbar. Bis dahin ist dieser Artikel eine Rechenanleitung, kein Verfügbarkeitsversprechen.
NorthProfit startet bei 49 €/Monat (Starter), Growth 99 €, Pro 249 €, Scale 499 € — 14 Tage gratis testen, keine Setup-Gebühr. TikTok-Shop-Daten sind derzeit noch nicht verfügbar.